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Rückblick Gärtnerreise 2026

Von Blumenautomaten bis Erlebnisacker: Was unsere Gärtner auf ihrer Bayernreise entdeckten

Donnerstag, 08.10.26

Gut gelaunt traf sich unsere Reisegruppe 8:00 Uhr am Landgard Markt in Dresden. Ein Quiz über Bayern und ausreichend frischer Kaffee sorgten während der Fahrt zum Kloster Andechs für Kurzweil.

Gegen 15 Uhr bestiegen wir den Heiligen Berg und kehrten bei frisch gezapftem Bier, traditioneller Küche wie Haxen und Leberkäs im Andechser Bräustüberl ein. Es gab noch Zeit für einen Besuch im Souvenir-Shop und in der reichlich geschmückten Wallfahrtskirche.

Gleich um die Ecke steuerten wir auf unser erstes Exkursionsziel, der „Manufaktur für Grünes“ Stefan Dorn zu. Die Gärtnerei mit ca. 1.900 m² Gewächshausfläche hat sich seit 1933 auf florale Arrangements, Balkon- und Gartenpflanzen, Grabpflege, Gartenbau, Überwinterung von mediterranen Pflanzen sowie Geschenkartikel spezialisiert.  Weiterhin gab es im Laden einen SB-Bereich „Walk in Flowers“, wo die Kunden von 6:00-22:00 Uhr mit einem Self-Checkout-Terminal bequem kontaktlos mit Karte, frische Blumensträuße, Pflanzen, Töpfe und Dekoartikel kaufen können. Zum Einzugsgebiet gehören gut betuchte und anspruchsvolle Kunden rund um den Starnberger See, die das Geschäft trotz seiner versteckten Lage in einem Wohngebiet zu schätzen wissen. Besonders die sehr gepflegten und qualitativ hochwertigen Pflanzen überzeugten auch unsere Gärtnerjury. Auch das Thema Senkung der Energiekosten durch Heizen mit Holzhackschnitzeln begleitete uns auf der Reise – hier hatte der Betrieb bereits vor zehn Jahren umgestellt.

 18:00 Uhr landeten wir endlich im Hotel Seeblick in Bernried, unweit vom südwestlichen Ufer des Starnberger Sees entfernt. Nach dem Abendessen war Freizeit angesagt und ein Spaziergang am See oder der Besuch des hoteleigenen Schwimmbades entlohnten die Reiseanstrengungen.

 

Freitag, 09.10.26

8:30 Uhr fuhren wir in Richtung Ammersee zur Gärtnerei Scherdi nach Hofstetten, ausgezeichnet als 5-Sterne-Premiumgärtnerei.

Der Betrieb, gegründet 1929, wird in dritter Generation von Florian Scherdi und Familie geführt. Florian Scherdi empfing uns herzlich zusammen mit seinem Vater Kurt, seinem Onkel Walther und Hündin Stella.

Die familiäre Stimmung war sofort zu spüren, die sich wie ein roter Faden durch sämtliche Bereiche der Gärtnerei zieht. Überall hingen Fotos der Mitarbeitenden und deren Verantwortlichkeit in den einzelnen Bereichen. Die Energiekosten spielten in den Gesprächen mit der Familie Scherdi auch eine zentrale Rolle. Sie haben auch auf Holzhackschnitzel umgestellt und stellen diese mit Holz aus der Region sogar selbst her.

100 % Eigenproduktion: Auf über 10.000 m² Gewächshaus- und Freifläche werden Beet- und Balkonpflanzen, Sommerblumen, Gemüsepflanzen, Kräuter sowie eigene Chrysanthemen und Weihnachtssterne (über 20.000 Stück zur Adventszeit) selbst kultiviert. Der Betrieb setzt auf Nützlinge und biologischen Pflanzenschutz statt auf reine Massenware und stellt seine eigenen Erden her.

Das Sortiment umfasst weiterhin Ziergehölze, Sträucher, Rosen, Obstgehölze, individuelle Trauer- und Gedenkfloristik (z. B. für Allerheiligen) sowie kreative Balkonkasten-Bepflanzungen. Internationales Ansehen: Im August 2026 war die Gärtnerei eine offizielle Station des Weltkongresses der International Garden Centre Association (IGCA), bei dem rund 300 internationale Gartencenter-Inhaber den Betrieb besuchten. Ergänzt wird das Angebot durch das „Café Zeit“ mit einer eigenen Konditorin, die die Kunden mit Kuchen & Torten verwöhnt. Wir durften fleißig verkosten. 

 

Weiter ging es von Hofstetten aus nach Gauting auf den Friedhof. Dort empfing uns Susanne Niedereichholz von der Bayrischen Treuhandstelle. Während der Führung über den Friedhof erfuhren wir von der Geschichte über den jüdischen Teil des Friedhofes und dessen Grabstellen.     

In Gauting befand sich auch das Gartencenter KIEFL, ein Gartencenter im XXL- Format. Im Kiefl Café & Restaurant mit hauseigener Backstube, Frühstücksangeboten und einer Wein- und Feinkostabteilung mit regionalem Obst und Gemüse speisten wir genüsslich zum Mittag. Wir wurden bereits von Herrn Gruber, dem Centerchef erwartet. 

Das am häufigsten verkaufte Produkt seien nicht Pflanzen, sondern Eier von umliegenden Bauernhöfen. Das Geschäft wird mittlerweile an die beiden Söhne Valentin & Jacob (Alter Mitte 20) übergeben.

Vor mehr als einem Jahr beschlossen diese, die Pflanzenaufzucht Beet& Balkon zu reduzieren und auf einem Feld nebenan einen Erlebnisacker zu schaffen, auf denen Stauden, Blaubeeren und Gemüse wachsen können. Ihr Fokus: Höhere Präsenz auf Social Media, Events wie Modenschauen& Konzerte im Gewächshaus, Pop-up-Stores in Großstädten, digitale Pflanzenberatung und individuell designte Pflanzgefäße durch 3 D-Drucker.

 

Erschlagen von so vielen Eindrücken, freuten wir uns auf eine entspannte Dampferfahrt auf dem Starnberger See. Gemütlich, bei wunderbarem Sonnenschein, ließen sich vom Wasser aus sich die vielen schönen Häuser und Villen bewundern.

Abends im Hotel besuchten uns zwei besondere Gäste. Herrmann Berchtenbreiter, Präsident des Bayrischen Gartenbauverbandes und Stephan Jürgenliemk, Geschäftsführer der bayrischen Treuhandstelle für Dauergrabpflege diskutierten, lachten und scherzten mit unseren Gärtnern bis spät in den Abend hinein. Sie erläuterten uns das aktuelle Stimmungsbild der bayrischen Gärtnerkollegen, die sich auch an den Umgang mit neuen EU-Verordnungen gewöhnen müssten. 

 

Samstag, 10.10.26

Wir starteten nach dem Frühstück und Check out 8:30 Uhr Richtung München-Perlach.

Das Gartencenter Seebaur ist ein traditionsreiches Familienunternehmen in 5. Generation mit mehr als 160 Jahren Geschichte. Es bietet es ein großes Pflanzenparadies mit 16 Fachabteilungen, einer über 8.000 m² großen überdachten Freiverkaufsfläche, 2 eigenen Baumschulen und verschiedenen Deko-Welten.

Rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und erfüllen die Wünsche der Münchner Kunden und verschiedenen Events und Workshops wie Gehölzschnitt, Florale Gestaltung, Pflanzenberatung, etc. runden das Angebot ab.  Im hauseigenem und sehr beliebten Galerie-Café mit großem Kinderbereich, legten wir unsere Mittagspause ein und verzerrten selbstgebackene Torten, Zwiebelkuchen und weitere Snacks. 

 Mit Begleitregen fuhr unser Bus weiter durch die Stadt zum Westfriedhof im Stadtteil Moosach.

Herr Waldmann von dem ansässigen Familienbetrieb F. X. Rauch Naturstein, führte uns über den Westfriedhof, der 1902 eröffnet wurde. Das Areal umfasst rund 50 Hektar, bietet Platz für etwa 41.700 Grabstätten und verfügt über christliche sowie muslimische Grabfelder. Neben den wunderschönen klassisch gestalteten Grabanlagen wurden uns auch Mosaikgärten für Urnengemeinschaften, Urnenhaine und ein Steinkreis als alternative Bestattungsformen gezeigt.

Die letzte Station war die Gärtnerei Strobel in München, die als Familienunternehmen seit 1965 auf rund 9.000 qm Gewächshausfläche und etwa 2 ha Freilandfläche ein- und mehrjährige Pflanzen produziert. Das ganze Jahr können Sie die Baumärkte und andere Großhändler im Raum München mit hochwertig kultivierten Pflanzen beliefern. Die Preise legt die Gärtnerei fest. Die Brüder Strobel brennen für ihr Unternehmen und halten sich mit immer neuen Ideen am Markt. Stefan Strobel ist für die gesamte Produktion zuständig und Matthias Strobel für den Friedhofsbereich. Die zahlreichen Gräber mit üppigen Wechselbepflanzungen konnten wir vorher auf dem Westfriedhof bestaunen. 2024 bekamen sie den Staatsehrenpreis für vorbildliche Ausbildung im Gartenbau. Das lockt junge interessierte Leute für den Gärtnerberuf an. An Bewerbungen mangelt es Herr Strobel momentan nicht.

Ein eindrucksvoller Abschluss, bevor es dann wieder mit dem Bus Richtung Dresden ging.

 

Gärtnerreise 2026

Gartenbautag 2026

Gartenbautag 2026: Gestalten statt nur reagieren

Mitgliederversammlung, neue Impulse für den unternehmerischen Alltag und viel Zeit für persönliche Gespräche: Der Mitteldeutsche Gartenbautag am 30. September 2026 im Riverboat Leipzig verband Verbandsarbeit mit einem Blick auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Gartenbaubetriebe.

 

Mitgliederversammlung und Rückblick

Der Vormittag gehörte der Mitgliederversammlung des Gartenbauverbandes Mitteldeutschland. Neben dem Rückblick auf das vergangene Verbandsjahr standen der Jahresabschluss 2025, die Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung, der Haushaltsplan 2027 sowie die turnusmäßigen Wahlen auf der Tagesordnung.

Frank Lehmann, Jan Gärtner und Kathrin Ziegengeist wurden in ihren Ämtern bestätigt. Als neue Kassenprüferin wurde Sylvia Gräber vom Gartenbau Kinnemann & Martin in Zwenkau gewählt. Ein besonderer Dank galt Thomas Rost, der als bisheriger Kassenprüfer verabschiedet wurde.

Der Jahresrückblick zeigte einmal mehr die Bandbreite der Verbandsarbeit: von Veranstaltungen und Betriebsbesuchen über Nachwuchsarbeit und Weiterbildung bis hin zu politischen Gesprächen und der Begleitung der Betriebe bei neuen rechtlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen.

 

Drei Impulse für die betriebliche Praxis

Nach der Mittagspause standen drei ganz unterschiedliche Zukunftsthemen auf dem Programm: Unternehmensführung und persönliche Freiräume, Energiebeschaffung sowie neue Möglichkeiten der Bewässerung mit Satelliten, Sensoren und Künstlicher Intelligenz.

 

Den Auftakt – und zugleich einen besonderen Höhepunkt des Tages – machte Mitch Senf von flowplace mit seinem Vortrag:

Gestalter statt Getriebener – das Recht auf Unternehmerfreizeit

Viele Betriebsinhaber kennen das Gefühl: Der Alltag wird von Kunden, Mitarbeitern, Bürokratie und immer neuen Aufgaben bestimmt. Zeit, am Unternehmen statt nur darin zu arbeiten, bleibt kaum. Genau hier setzte Mitch Senf an.

Seine zentrale Frage war ebenso einfach wie wirkungsvoll:

„Was will ich wirklich?“

Dabei ging es nicht nur um den Betrieb, sondern auch um Gesundheit, Familie, Freunde, Freizeit und persönliche Zufriedenheit. Wer mehr Freiraum gewinnen will, muss deshalb nicht nur sein Zeitmanagement verändern, sondern auch die Organisation seines Unternehmens hinterfragen.

Wie klar ist die Ausrichtung des Betriebes? Wie wird Verantwortung verteilt? Können Mitarbeiter Entscheidungen treffen, ohne dass alles über den Chef laufen muss? Und gibt es eine gemeinsame Vorstellung davon, warum und wie man als Unternehmen arbeitet?

Mitch Senf stellte dazu sieben Bereiche einer wirksamen Organisation vor – von klarer Ausrichtung und verteilter Verantwortung über die Effektivität im Team bis zu Feedback und Konflikt.

Ein Impuls, der bei vielen Teilnehmern nachwirken dürfte: Ein Betrieb sollte nicht nur funktionieren. Er sollte seinem Unternehmer auch Raum zum Leben lassen.

Energie und Bewässerung im Blick

Anschließend zeigte Christina Kretzschmar von biddingground Deutschland, wie Unternehmen Energieangebote besser vergleichen können. Der Grundgedanke: Ein einzelnes Angebot zeigt einen Preis – erst mehrere vergleichbare Angebote zeigen den Markt.

Michael Weißflog von Aquareos Space richtete den Blick auf die Bewässerung der Zukunft. Satellitendaten, Sensoren und KI können helfen, Trockenstress frühzeitig zu erkennen und Wasser gezielter einzusetzen.

Austausch zum Abschluss

Zum Gartenbautag gehört aber auch das, was sich nicht in Tagesordnungen abbilden lässt: persönliche Gespräche und der Austausch unter Kollegen. Bei einer Bootsfahrt beziehungsweise Kaffee blieb dafür zum Abschluss ausreichend Zeit.

So endete ein Tag mit vielen unterschiedlichen Impulsen – und mit einer Frage, die vielleicht noch etwas länger im Kopf bleibt:

Bin ich in meinem Betrieb Gestalter – oder längst Getriebener?

Politischer Austausch zu aktuellen Herausforderungen im Gartenbau

Politischer Austausch zu aktuellen Herausforderungen im Gartenbau

Am 26.8.2026  fanden wichtige politische Gespräche über die aktuellen Herausforderungen des Gartenbaus statt. Im Mittelpunkt stand ein Treffen mit Oliver Schenk (CDU), Mitglied des Europäischen Parlaments, und Dr. Markus Reichel (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages, beim Gartenbau Rülcker.

Mit Unterstützung des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) und seines Generalsekretärs Bertram Fleischer wurden zentrale Themen der Branche erörtert. Dazu gehörten die PWR, die EmpCo-Richtlinie, der Pflanzenschutz sowie die Energieversorgung und Energiekosten.

Diese Themen bringen für den Gartenbau nicht nur zusätzlichen bürokratischen Aufwand mit sich, sondern stellen die Betriebe auch vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen. Die Verbände setzen daher den intensiven Dialog mit der Politik fort, um Verständnis für die Situation und die praktischen Anforderungen der Betriebe zu schaffen.

Das gemeinsame Anliegen ist klar: Verordnungen und Regelungen müssen so einfach wie möglich und vor allem praxistauglich umsetzbar sein. Nur so lassen sich politische Ziele erreichen, ohne die Wettbewerbsfähigkeit der Gartenbaubetriebe durch unnötige Bürokratie und zusätzliche Belastungen zu gefährden.

Vielen Dank an Thomas Schrön, Geschäftsführer von Gartenbau Rülcker, für die Gastfreundschaft und die Möglichkeit zum direkten Austausch vor Ort.

von links nach rechts:
Bertram Fleischer, Generalsekretär des ZVG; Dr. Markus Reichel, Mitglied des Deutschen Bundestages (CDU); Thomas Schrön, Geschäftsführer von Gartenbau Rülcker; Oliver Schenk, Mitglied des Europäischen Parlaments (CDU); Tobias Muschalek, Geschäftsführer Gartenbauverband Mitteldeutschland e.V.

Start in die Beet- und Balkonpflanzensaison 2026

Am 23. April fiel in Sachsen offiziell der Startschuss für die diesjährige Beet- und Balkonpflanzensaison im Rahmen der Aktion Blühendes Sachsen. Gastgeber der Eröffnungsveranstaltung war die Gärtnerei Gruschwitz in Neustadt in Sachsen.

Bei bestem Frühlingswetter wurde schnell deutlich, wie viel Leidenschaft, Fachwissen und tägliche Arbeit hinter den regional produzierten Pflanzen stehen. Inhaberin Antje May begrüßte die Gäste persönlich und gab Einblicke in den Alltag eines modernen Gartenbaubetriebes. Dabei wurde auch sichtbar, mit welchen Herausforderungen viele Betriebe aktuell umgehen müssen – und gleichzeitig mit wie viel Engagement und Begeisterung die Branche weiterhin arbeitet.

Auch Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Georg-Ludwig von Breitenbuch, würdigte die Leistungen des Gartenbaus und betonte die Bedeutung regional produzierender Familienbetriebe für Wirtschaft, Ausbildung und Lebensqualität.

Ein besonderer Moment der Veranstaltung war die gemeinsame Pflanzaktion mit Kindern des evangelischen Kindergartens „Unterm Himmelszelt“ zusammen mit der Deutschen Blumenfee Hannes Schrader. Sie zeigte auf schöne Weise, wie Gartenbau Menschen verbindet und schon die Jüngsten für Pflanzen und Natur begeistert.

Mit Aktionen wie „Blühendes Sachsen“ machen die teilnehmenden Gärtnereien auf die Vielfalt, Qualität und Kompetenz der regionalen Betriebe aufmerksam. Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig es ist, den heimischen Gartenbau sichtbar zu machen und Verbraucher für regional erzeugte Pflanzen zu sensibilisieren.

Weitere Informationen sowie eine Übersicht der teilnehmenden Betriebe finden Sie unter:
www.bluehendes-sachsen.de

 

Azaleenschau 2026

Azaleenschau im Landschloß Zuschendorf

Die Azaleenschau 2026 – ein Erlebnis für alle Sinne

Wenn sich im Frühjahr die Türen des Landschlosses Zuschendorf öffnen, erwartet Besucher ein ganz besonderes Erlebnis: eine beeindruckende Vielfalt an blühenden Azaleen, kunstvoll arrangiert in historischen Räumen. Die Azaleenschau verbindet eindrucksvoll florale Schönheit mit der langen Tradition des sächsischen Gartenbaus.

Vom 19. April bis 03. Mai 2026 findet die XIX. Azaleenschau im Landschloss Pirna-Zuschendorf statt. In dieser Zeit verwandeln sich die Schlossräume in ein Meer aus Farben. Ergänzt wird die Ausstellung durch Einblicke in die Gewächshäuser und botanischen Sammlungen des Parks.

Besonders bemerkenswert:

  • Rund 360 historische Azaleensorten gehören heute zur Sammlung
  • Die Sammlung steht seit 2008 unter Denkmalschutz
  • Sie ist Teil der Deutschen Genbank Zierpflanzen

Damit leistet Zuschendorf einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung pflanzlicher Vielfalt im Zierpflanzenbau.

 

Was Azaleen so besonders macht

Bei den ausgestellten Pflanzen handelt es sich um sogenannte Zimmerazaleen (Rhododendron simsii-Hybriden). Diese kompakten, immergrünen Sträucher stammen ursprünglich aus Ostasien und begeistern vor allem durch ihre üppige Blüte in den Winter- und Frühjahrsmonaten.

Da sie frostempfindlich sind, werden sie überwiegend als Zimmer- oder Kübelpflanzen kultiviert – und genau hier entfalten sie ihre volle Wirkung: als farbenfrohe Botschafter für Lebensfreude und gärtnerisches Können.

Sachsen als Zentrum der Azaleenkultur

Was viele nicht wissen: Sachsen gehörte einst zu den bedeutendsten Azaleenanbaugebieten Europas. Besonders im Raum Dresden und Leipzig wurden zahlreiche Sorten kultiviert, produziert und europaweit gehandelt.

Azaleen waren damit nicht nur dekorative Pflanzen, sondern auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor im Gartenbau – ein Stück lebendige Kulturgeschichte, das bis heute nachwirkt.

Ein Blick in die königliche Gartenkunst

Bereits in der Königlichen Hofgärtnerei in Pillnitz spielte die Azalee eine zentrale Rolle. Dort wurden ganze Gewächshausanlagen ausschließlich für diese Pflanzen genutzt. Bei festlichen Anlässen schmückten tausende blühende Azaleen die Schlossräume – ein beeindruckendes Beispiel für die Bedeutung dieser Kulturpflanze.

Heute knüpft die Azaleenschau in Zuschendorf genau an diese Tradition an und macht sie für Besucher wieder erlebbar.

Besuch planen – alle Infos auf einen Blick

  • Ort: Botanische Sammlungen Landschloss Pirna-Zuschendorf
  • Zeitraum: 19. April bis 03. Mai 2026
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und feiertags, 10:00 – 17:00 Uhr
  • Eintritt:
    • 7,50 € regulär
    • 6,00 € ermäßigt

 

 Warum sich ein Besuch lohnt

Die Azaleenschau ist mehr als eine Ausstellung. Sie ist:

  • ein Stück sächsische Gartenbaugeschichte
  • Inspiration für die eigene Pflanzenwelt
  • ein Ort, an dem Tradition und Gegenwart miteinander verschmelzen

Gerade für Gartenbaubetriebe, Floristen und Pflanzenliebhaber bietet sie wertvolle Impulse – sei es für Sortimente, Präsentation oder einfach die eigene Begeisterung für Pflanzen.